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Freude, Sinn und Gesundheit bei der Arbeit – WhY not“?

Unternehmenskultur Konstanz

Glück, Flexibilität, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Home Office und Selbstverwirklichung: All dies sind Eckpfeiler der Generation Y, die zwischen 1977 und 1998 geboren ist.

„So zu arbeiten ist der reine Kindergarten.“, sagt ein Vertreter der Generation X dazu. Doch die Generation Y weiß, was sie vom Leben will. Sie ist hoch ausgebildet und voller Motivation, eine Arbeitsstelle zu bekommen, die ihnen nicht Geld, sondern Glück beschert.

Mit dieser Einstellung stürmen sie den Arbeitsmarkt. In ihren kantigen Lebensläufen spiegelt sich die Vielseitigkeit der Generation Y wieder: Sie weisen viele Nebenjobs und Praktika auf, häufig verbunden mit Auslandserfahrungen. Als Digital Natives aufgewachsen gehören Smartphones, Google und facebook zu ihrem Alltag und lassen sich auch nicht mehr wegdenken. Sie machen das Abitur, durchlaufen ein Studium und suchen anschließend einen Job, der ihren Anforderungen entspricht.

Aber was sind diese Anforderungen? Wonach streben diese jungen Wilden?

„Wir wollen attraktive Arbeitsbedingungen, in Form von flexiblen Arbeitszeiten, Freude und Sinn bei der Arbeit, Teamarbeit statt scharfe Hierarchien und Möglichkeiten zur Home Office, um dadurch mehr Zeit für unsere Familie zu haben. Denn wir wollen erfolgreich in beiden Bereichen unseres Lebens sein. Berufliches und familiäres Glück sind gleichermaßen wichtig.“

Ihr Familienmodell basiert auf Gleichberechtigung: Dabei sollen nicht Mütter die Erziehungsarbeit leisten, sondern beide Partner zu gleichen Teilen. Hohe Scheidungsraten sind ihnen bewusst. Von vornherein wollen sie, dass beide Partner arbeiten können, um nicht voneinander abhängig zu sein. Genauso wichtig wie Partner, sind ihnen Freunde, mit denen sie durch Social Media Plattformen ständig verbunden sein können. Egal ob der eine in Konstanz studiert und der andere gerade ein Auslandssemester in Mailand macht.

„Der Politik stehen wir kritisch gegenüber. Da wir viele negative Erfahrungen durch Finanzkrisen, Wirtschaftskrisen und Terroranschläge, mitbekommen haben, sehen wir uns lieber als unpolitisch.“ Politik wird durch Lifestyle und Ethik ersetzt, denn die Generation Y will selbst entscheiden, wie sie leben wollen und sich nicht von Parteien präsentieren lassen, die veraltete Ansichten haben.

„Wir wollen nicht für immer auf der Stelle stehen wie unsere Eltern, die eine Ausbildung beendet haben und seitdem den gleichen Job haben. Für uns zählt Weiterentwicklung und lebenslanges Lernen. Alles andere erscheint uns langweilig und sinnlos.“ Nur Unternehmen mit diesen Möglichkeiten können die Generation Y langfristig an sich binden.

„Wir können uns nicht auf eine zukünftige Rente verlassen, die uns von unserem Job „erlöst“ wie unsere Eltern. Daher suchen wir den richtigen Job, der uns Freude für das ganze Leben verspricht.“ Dadurch haben nicht nur die Y-ler Vorteile, sondern auch die Unternehmen. Eine hohe Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen lässt die Kündigungsraten und Kosten zur Mobilisierung neuer Mitarbeiter sinken.

„Wir stehen erst mit 30 Jahren frisch im Berufsleben und können uns dabei nicht mit unseren Eltern vergleichen, die in diesem Alter schon Haus und Kind hatten. Außerdem sehnen wir uns nach Nachhaltigkeit und natürlichen Ressourcen, da uns bei unserer Geburt eine verstrahlte und auseinanderfallende Welt begrüßte, die in diesem Zustand nicht mehr lange überleben würde.“

Die Neuen verschenken Dinge, die wir nicht mehr brauchen, anstatt sie wegzuwerfen, oder geben ihre Lebensmittel an Foodsharing-Stationen ab. Sie benutzen Mitfahrgelegenheiten oder das Baden-Württemberg-Ticket, um kein Auto benutzen zu müssen. Sie sind selbstbewusst, optimistisch, zukunftsorientiert und fest entschlossen, eine neue Arbeits- und Lebensweise zu etablieren, an die sich alle Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft anpassen sollen.

„Unsere Eltern, die aus der Generation X stammen, haben dabei ganz andere Ansichten, denn der „Kindergarten“ den wir uns erträumen, war bei ihnen nicht möglich. Sie mussten sich neue technologische Funktionen selbst aneignen oder von uns lernen. Sie hatten nicht immer die Möglichkeit, den Beruf zu wählen, der ihnen Spaß macht. Sie sind ziellos, langweilen sich in ihrem Beruf und versuchen die Jahre bis zur Rente noch irgendwie auszuharren. Daher sehen sie keinen Sinn darin, sich noch weiterzubilden. Sie waren schon immer überfordert von der Überflussgesellschaft und lassen sich durch ihre Entscheidungsschwäche leicht für Dinge begeistern, die sie gar nicht brauchen. Sie sehen pessimistisch in die Zukunft und können dem neuen Aufschwung der Generation Y nichts abgewinnen.“

Offensichtlich liegt es an beiden Seiten, aufeinander zuzugehen und offen für Neues bzw. Altes zu sein. Tradition muss nicht immer schlecht sein und Neues muss nicht immer falsch sein. Was nun benötigt wird, ist ein Mittelweg aus Tradition und zukunftsorientierten Arbeits- und Lebensweisen, der für beide Seiten, wie für Unternehmen und Mitarbeiter, angenehm ist.

 

Autorinnen: Isabelle Pelz und Dunia Qandas (lebendige Praktikanten der STEAUF-Werkstatt, Konstanz)

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