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Offener Beschwerde-Brief an das BAFA

An Frau Bundesministerin Zypries,
an Herrn Dr. Wallraff (BAFA),
an Herrn Obersteller (BAFA),
an alle Medienvertreter

Konstanz, 23.02.17

OFFENER BESCHWERDE-BRIEF
AN DAS BAFA (BUNDESAMT FÜR WIRTSCHAFT UND AUSFUHRKONTROLLE)

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Zypries,
sehr geehrter Herr Dr. Wallraff,
sehr geehrter Herr Obersteller,
sehr geehrte Damen und Herren Sachbearbeiter des BAFA,

das Maß ist voll, der Bogen ist überspannt!

Seit 16 Jahren berate ich mit meiner Agentur STEAUF – integrative Lösungen verschiedene KMU und internationale Unternehmen. Dafür wurde ich mit dem Prädikat Trainer Excellence ausgezeichnet und zähle seit 2017 zu den Top 100 Trainern im deutschsprachigen Raum.

Seit 2009 Jahren beraten wir auch Existenzgründer und Unternehmen in Schwierigkeiten, zunächst im Rahmen der KFW-Förderprogramme, zwischenzeitlich im Rahmen der vom BAFA geförderten Beratungen unternehmerischen Knowhows.

Unsere Kunden schätzen unseren Erfahrungsschatz und pragmatischen Ansatz sehr. Dass unsere Arbeit gerade für Startups und Unternehmen in Schwierigkeiten besonders dringlich ist, spornt uns an, unser Bestes zu geben.

Seit die Förderprogramme vom BAFA betreut werden, sind große Missstände erkennbar. Zwischenzeitlich stellt sich die Frage, ob die Vorgehensweise des BAFA System hat und Anträge – vor allem von Unternehmen in Schwierigkeiten – absichtlich im Nachhinein abgelehnt werden, obwohl vorab schon schriftlich die Zusage zur Übernahme der Fördersumme erfolgte. Über diverse Absichten wird in der Beraterbranche bereits öffentlich heftig diskutiert und spekuliert. Der genannte Grund für die meisten nachträglichen Ablehnungen lautet nämlich bundesweit gleich: Der Beratungsbericht sei nicht korrekt!

Falls überhaupt Argumente aufgeführt werden, so sind sie weitestgehend nicht nachvollziehbar, stellenweise eher unter der Kategorie „kleinkariert“ einzuordnen, wie z.B. ob eine SWOT-Analyse mit Bullet-Points auflistet wird oder als Fließtext niedergeschrieben ist.

Der Effekt dabei ist allerdings folgender:
– Die Berater werden in Misskredit gezogen,
– das Vertrauensverhältnis zu ihren Klienten wird auf die Probe gestellt,
– das Folgegeschäft bleibt aus, bzw. verzögert sich über Monate hinweg.
– Der Geldfluss – sowohl beim Unternehmer als auch beim Berater stagniert mehrere Monate lang,
– der Berater hat einen erheblichen Mehraufwand zu leisten, der nicht abgerechnet werden kann
– und zwischenzeitlich sind bereits einige Beratungsunternehmen selbst in Schwierigkeiten geraten, haben zum Teil ihre Tätigkeit aufgeben müssen, weil mehrere Kunden selbst Monate nach Beratungsende die zugesagte Förderung nicht erhielten.

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
sehr geehrte Herren Dr. Wallraff und Obersteller,
wie können Sie das verantworten? Durch Ihr Handeln fördern Sie niemanden, sondern Sie verhindern, dass Unternehmen in Schwierigkeiten überhaupt wieder auf die Beine kommen? Wollen Sie das?

Zudem fallen Sie Ihren Beratern in den Rücken, weisen Ihnen die Schuld zu, weil bereits zugesagte Fördergelder nicht ausgezahlt werden. Wollen Sie das? Oder passiert das seit Monaten „rein versehentlich“? Oder sind Ihre Sachbearbeiter darin nicht geschult, die Beratungsqualität anhand eines Berichtes zu erkennen? Vielleicht sind sie auch durch die Anzahl der zu bearbeitenden Anträge überfordert?
Wie auch immer: Nehmen Sie bitte Ihre Verantwortung wahr und handeln Sie! Das Chaos, welches das BAFA schon viel zu lange verursacht, ist nicht länger zu ertragen!

Wir BAFA-Berater haben mit dem BAFA keinen Vertrag, wir werden von Ihnen noch nicht einmal schriftlich oder telefonisch über den Bearbeitungsstatus unserer Kunden informiert. Im Nachhinein zu erfahren, dass das BAFA ihren Beratern den Schwarzen Peter zuschiebt, ist nicht nur falsch und feige, sondern vor allem unverschämt!

Sollte ihr Bundesamt weiterhin Programme auflegen, um Existenzgründer und Unternehmen in Schwierigkeiten zu fördern, dann wäre es günstig, wenn Sie vorab folgende Fragen intern klärten:

• Wie wichtig ist Ihnen der Erfolg der Unternehmen?
Gerade Unternehmen in Schwierigkeiten brauchen eine schnelle und pragmatische Lösung. Zuviel Bürokratie verlangsamt die Handlungsweise und lähmt den Wachstumsprozess.

• Wie wichtig ist Ihnen die Kompetenz der Berater?
Von Beratern, die selbst ein Unternehmen führen oder geleitet haben, kann man bekanntlich am meisten lernen, weil sie genau wissen, worum es geht. Diese qualifizierte Personengruppe ist in den meisten Fällen gut ausgebucht und verfügt über ein gutes Zeitmanagement. Für „kleinkarierte“ Verbesserungen in Beratungsberichten bleibt meist keine Zeit, auch kein Verständnis, denn zuviel Bürokratie hat noch kein Unternehmen aus seinen Schwierigkeiten geführt. Die Folge von zuviel Bürokratie liegt auf der Hand: Die besten Berater wird das BAFA verlieren, weil sie ihre Kompetenz effektiver und effizienter einsetzen werden.

• Wie wichtig ist Ihnen die Qualität der Beratung?
Die vom BAFA geförderte Beratungszeit sollte für die qualifizierte Beratung eingesetzt werden, um den Kernpunkt zu analysieren, der für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich ist. Stattdessen den Fokus auf die Qualität des Beratungsberichtes zu legen führt nicht zum Ziel. Dass der Bericht ordentlich und daraus erkennbar sein soll, was innerhalb des Beratungszeitraums bearbeitet wurde, versteht sich von selbst. Doch alle uns bekannten Beratungsberichte erfüllen genau diese Vorgabe. Und solange es keine Vorlage gibt, die unmissverständlich definiert, welche Punkte im Detail aufgeführt werden müssen, gleicht jede Ablehnung eines Berichtes bürokratischer Willkür.

Den aus der Verabschiedungsrede zitierten Satz des scheidenden Präsidenten, Dr. Arnold Wallraff, kann ich nicht teilen, der da lautet: „Das BAFA hat in den vergangenen zehn Jahren eine Vielzahl sehr anspruchsvoller Aufgaben erfolgreich realisiert und sich angesichts dessen als Bundeswirtschaftsverwaltungsbehörde Deutschlands einen Namen gemacht.“ Aus Sicht der Unternehmer und Berater ist diese Aussage reiner Hohn!

Ich wünsche dem neuen Präsidenten, Andreas Obersteller, ein glücklicheres Händchen. Möge es ihm gelingen, „das BAFA als moderne, serviceorientierte Behörde weiterzuentwickeln.“

Freundliche Grüße vom Bodensee,

Stefanie Aufleger
Inhaberin STEAUF.de

P.S.: Der älteste Beratungsbericht, der von STEAUF für ein Unternehmen in Schwierigkeiten erstellt wurde und der sich beim BAFA immer noch in Bearbeitung befindet, ist vom Juli 2016!

Aus Gründen der Lesbarkeit hat der Verfasser im vorliegenden Schreiben ausschließlich die männliche Anrede verwandt. Es sind jedoch in allen Fällen sowohl Frauen als auch Männer angesprochen.

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