STABILITÄT
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FLÜGEL STUTZEN
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Sind Rosinenpicker egoistisch? Ich meine schon! Sprichwörtlich picken sie sich die süßen Früchte aus dem Kuchen und überlassen anderen den Rest.

Fast nirgendwo sind sie gern gesehen, und doch tauchen sie überall auf. Zu Verteilen gibt es immer was: Lob, Anerkennung, Aufmerksamkeit, etc. Sie sind die ersten beim Buffet und grinsen in der vordersten Reihe auf dem Pressefoto. Nur beim Aufräumen, mithelfen und schaffen, da machen sie sich rechtzeitig aus dem Staub.

Was machen Rosinenpicker eigentlich, wenn es keine Rosinen mehr gibt? Wenn statt Christstollen nur trockenes Brot serviert wird? Wenn Personal fehlt und keiner mehr weiß, wie die Maschinen zu bedienen sind. Sind Rosinenpicker dann überlebensfähig?

Gerade habe ich mich mit einem Freund unterhalten, der sich auf eine lange Reise vorbereitet – eine Reise mit und zu sich selbst. Über die Weihnachtstage eine Woche lang raus aus dem Alltag, die Komfortzone verlassen, ab in die Wildnis. Bei Minusgraden mutterseelenallein, nur mit Schweizer Taschenmesser, Rucksack, Schlafsack, Zelt und antrainierten Bush-Craft-Skills. Er sucht sich ein Gebiet aus mit dichter Wolfspopulation, à la ’Der mit dem Wolf tanz!’ Ich wollte von ihm wissen: „Ist das so ein Männerding? Brauchst du das, um dir selbst etwas zu beweisen!“ Nein, es geht bei dem erfahrenden Unternehmer um weit mehr als das. Bewusst zieht er sich aus seiner Komfortzone zurück, will seinen Kopf leer bekommen, sich selbst erfahren und sich in der Abstinenz aufs Wesentliche im Leben konzentrieren: Feuer, Wasser, Schutz und Nahrung.

Von Rosinen picken keine Spur, obwohl auch er das süße Leben und Fressen am vollen Troge kennt und schätzt. Jedoch hat der Handwerksmeister in seinem Berufsleben auch schon bittere Zeiten erlebt, wo’s nix gab! Trotzdem zu überleben und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen, das ist die hohe Kunst der Unternehmensschule. Dafür trainiert er seine Resilienz.

„Was macht dich als Führungskraft stark?“, fragte ich ihn.
Seine Antwort kam blitzschnell und authentisch: „So nen Kerl wie mich bringt nichts so schnell aus der Ruhe!“ Das weiß er, weil er sich und sein Verhalten in Krisensituationen kennt. „Schau doch mal so nen Chef an, der im chicen Zwirn vor seiner Belegschaft eine Riesen-Welle macht! Nimmt man so einen ernst? Mal ehrlich: Wer von denen würde denn draußen das Feuer anbringen, wenn’s nass und kalt ist? Wer wäre überhaupt in der Lage, für sein Team zu sorgen?“

Ja, das leuchtet mir ein. Das Alphabet starker Führungskräfte klingt so: A wie Authentizität, B wie Bodenhaftung, C wie Courage, … Fortwährend trainieren sie ihre Softskills, um ihr Leben und Überleben im Griff zu haben – selbst dann, wenn die Wölfe heulen!

Und was ist mit den Rosinen? „Das sind die Früchte der Arbeit. Die werden erst zum Schluss verteilt – unter allen!“

In diesem Sinne: A, B, C!

Eure Stefanie

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